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Mitarbeiter-Benefits: Das ergänzt Ihr Gehalt am besten

Eine gelungene „Compensation Strategy“ sieht so aus: Arbeitnehmer profitieren durch das firmenspezifische Benefits-Angebot, während Unternehmen durch eine höhere Motivation ihrer Mitarbeiter mit besseren Geschäftsergebnissen belohnt werden. Neben der Gehaltshöhe kann deshalb die Auswahl der geldwerten Vorteile ausschlaggebend dafür sein, welchen Job ein Bewerber tatsächlich bevorzugt.

Erhöhte Steuerabgaben machen Unternehmen und Arbeitnehmern zu schaffen. Je höher das Gehalt ausfällt, desto mehr Abgaben sind fällig. Ein höherer Bruttolohn ist nicht immer das Beste für Mitarbeiter und Unternehmen. Gehaltserhöhungen über kleine Beträge lohnen sich deshalb kaum. Bei einer Gehaltserhöhung um 100 Euro zum Beispiel werden insgesamt 120 Euro für den Arbeitgeber fällig und es kommen unterm Strich nur 50 Euro beim Mitarbeiter an. Auf die Ersatz- oder Nebenleistungen fallen häufig keine oder nur geringe Steuern an.

Ein Unternehmen kann seinem Mitarbeiter Sachleistungen im Wert bis zu 528 Euro netto pro Jahr steuerfrei zukommen lassen. Reine Bargeldauszahlungen sind jedoch nicht erlaubt. Auf das Jahr verteilt kann eine Firma seinen Arbeitnehmern 44 Euro pro Monat für Sachleistungen zur Verfügung stellen.

Deutschland ist ein Autoland

Aus historischer Perspektive waren die 44 Euro im Monat oft Tankgutscheine, da das Finanzamt nur diese problemlos anerkannt hat. Durch steigende Benzinkosten und einen höheren Verwaltungsaufwand ist diese Verwendung weitestgehend  Geschichte geworden. Heute dominiert das Prinzip der individuellen Einsetzbarkeit. Das bedeutet: Solange die 44 Euro-Grenze nicht überschritten oder bar ausgezahlt wird, ist dieser Betrag auch anders einzulösen, z. B. in Form von Theater- bzw. Kinogutscheinen oder weiteren Mitarbeiterleistungen. Häufig werden dazu sogenannte Prepaid-Kreditkarten genutzt. Diese sind mit den 44 Euro aufgeladen und individuell einsetzbar, egal ob für Essen, Freizeitaktivitäten oder Tanken.

Boni, Zuwendungen und Rabatte

Anlassbezogene Zuwendungen, wie etwa Geburtstage, Jubiläen oder Hochzeitstage, können ebenfalls mit Benefits belohnt werden. Zu diesen speziellen Anlässen kann die Firma einen Mitarbeiter bis zu drei Mal jährlich im Wert von bis zu 40 Euro beschenken. Die Auszahlung ist auch in diesem Fall nicht gestattet.

Rabatte sind auch in Form von Mitarbeiterangeboten beziehungsweise Corporate Benefits möglich. Über interne Zugänge erhalten Mitarbeiter zum Beispiel Prozente auf das Online-Angebot kooperierender Unternehmen. Auf firmeneigene Produkte sind Rabatte für Arbeitnehmer bis zu 1.080 Euro im Jahr steuerfrei möglich.

Mobilität: Dienstwagen, Fahrrad und Bahn

Der Dienstwagen ist (nach wie vor) der Klassiker unter den Benefits und erfreut sich bei vielen Arbeitnehmern großer Beliebtheit. Wer eine umweltfreundlichere Variante bevorzugt, kann das Dienstrad als Alternative wählen. Im Gegensatz zum Dienstauto, ist das Fahrrad auch ohne den Abschluss von Zusatzverträgen uneingeschränkt nutzbar. Darüber hinaus bieten viele Firmen Vergünstigungen oder die Übernahme von lokalen Bahnkarten.

Hinweis: Ein kleines Plus an Gehalt lässt sich manchmal durch so genannte Kennzeichenwerbung passiv generieren. Durch auf Auto, Moped und Fahrrad angebrachte Aufkleber mit dem Firmenlogo können 21 Euro pro Monat erwirtschaftet werden.

Gadgets: Smartphone und PC Leasing

Im Trend liegt auch das Leasing von Firmenhandys oder Computern. Schenkungen von geldwerten Vorteilen müssen versteuert werden, weshalb manchmal ein „Unterlassungsvertrag“ abgeschlossen wird, um dem Arbeitnehmer günstig neues Equipment zur Verfügung zu stellen. Ein Leasingvertrag läuft in der Regel nach zwei Jahren aus. Dann kann der Mitarbeiter dem Arbeitgeber das Firmengerät für etwa zehn Prozent des ursprünglichen Wertes abkaufen.

Auch Zuschüsse zu Handyrechnungen sind möglich. In einem solchen Fall trägt der Angestellte die Kosten der Rechnung selbst, bekommt dafür jedoch einen Betrag von seinem Arbeitgeber überwiesen. Dieser Betrag ist für Firmen nicht steuer- oder sozialabgabenpflichtig.

Essen, Kita und Weiterbildung

Viele Firmen unterstützen zusätzlich mit Essenszuschüssen. Diese werden oft in Ticketform vergeben, wobei der Arbeitgeberanteil einem Wert von 3,20 Euro (zum Gesamtbetrag der Mahlzeit) entspricht. Diese Methode erfreut sich großer Beliebtheit, da sich die Restauranttickets vielfältig einsetzen lassen, z. B. für einen privaten Supermarkt-Einkauf.

Familienbudgets können entlastet werden, indem der Arbeitgeber die Betreuungskosten für die Kinder seiner Arbeitnehmer bezuschusst. Nur etwa 1,2 Prozent aller Kindergärten sind Betriebskitas (mit 1.500 Euro pro Kind/Monat zu teuer und aufwendig), weshalb Kita-Zuschüsse – auch steuer- und sozialabgabefrei gängiger sind. Je nach Standort können Eltern einen geldwerten Vorteil von bis zu 500 Euro pro Monat für sich herausholen.

Solange sich Fort- und Weiterbildungen direkt auf den Job beziehen, ist diese Methode eine weitere Möglichkeit um als Unternehmen in seine Mitarbeiter zu investieren. Arbeitnehmer empfinden Weiterbildungen jedoch oft nicht als Ersatz für eine Gehaltserhöhung da sie Trainings und Fortbildungen in einem professionellen Arbeitsumfeld voraussetzen.

Gesundheitsangebote

Gesundheitsaufwendungen sind gleichermaßen vorteilhaft für Unternehmen und Mitarbeiter. Ein Arbeitgeber kann bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr aufwenden, um die Gesundheit seines Mitarbeiters zu fördern. Die meisten Aufgaben im Büro werden sitzend ausgeführt. Wer bereits ein Rückenleiden erlitten hat, darf bereits an speziellen Steh- und Sitzschreibtischen arbeiten. Einige Firmen bieten kostenlose Grippeimpfungen und eine augenärztliche Untersuchung an. So sind Angestellte weniger krank und fallen seltener aus. Deshalb ist betriebliches Gesundheitsmanagement derzeit ein wachsendes Feld.

Für viele Arbeitnehmer sind Krankenzusatzversicherungen, z. B. für die Zähne, attraktiv. Obwohl der Arbeitgeber die Chance hat mit dieser Methode seine Mitarbeiter stärker an sich zu binden, wird sie bisher noch selten genutzt.

Geld ist nicht alles?

Sehen Sie Benefits als Zusatz und nicht als Ersatz zu Ihrem Gehalt. Zum einen sind Benefits keine Alternative zur Gehaltserhöhung, da sie sich nicht im Rentenbescheid niederschlagen. Es gibt viele Unternehmen, die sich ausschließlich damit beschäftigen, Firmen in Bezug auf die geldwerten Mitarbeitervorteile zu beraten. Es gibt verschiedene Kombinationsmöglichkeiten zum Basisgehalt, die Rente lässt sich z. B. über eine betriebliche Altersvorsorge kompensieren. Zum anderen sind die Benefits nicht als Alternative zur Gehaltserhöhung zu betrachten, da sie zumeist so abgeschlossen werden, dass sie jederzeit kündbar sind. Sollten diese Zuwendungen auf einmal ausfallen, so ist das kein Zeichen Ihrer mangelnden Leistung, sondern eher ein Indiz dafür, dass es dem Unternehmen insgesamt wirtschaftlich nicht so gut geht.

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, welche Zusatzleistungen möglich sind, oder informieren Sie sich auf Arbeitgebervergleichsportalen wie kununu.com. Sie sind gerade auf Jobsuche und wollen einen Arbeitgeber mit speziellen Mitarbeitervorteilen? Im XING Stellenmarkt finden Sie täglich bis zu 10.000 neue Jobangebote - und viele Zusatzinformationen zu Mitarbeiterleistungen, Arbeitgeberbewertungen und dem Gehaltsniveau der Stelle. Es lohnt sich, als Arbeitnehmer informiert zu bleiben, damit Sie gut vorbereitet in die Verhandlung um Benefits und Gehalt starten können.

Text: Anna-Carina Kruse

Titelbild: ©Getty Images/E+